Bundesfinanzhof: Wichtiges Urteil für GmbH-Gesellschafter

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat seine Rechtsprechung zu eigenkapitalersetzenden Finanzierungshilfen von GmbH-Gesellschaftern geändert:

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, führt dies entgegen einer langjährigen Rechtsprechung steuerlich nicht mehr zu nachträglichen Anschaffungskosten auf seine Beteiligung.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 11. Juli 2017 – IX R 36/15

So hat es der Bundesfinanzhof in seinem am 27.09.2017 veröffentlichten Urteil vom 11. Juli 2017 IX R 36/15 entschieden. Dies dürfte nach den Urteilsgründen auch für Darlehen gelten, die Gesellschafter an die Gesellschaft leisten und nicht zurück erhalten. Folge ist, dass der Gesellschafter den ihm durch die Inanspruchnahme seiner Bürgschaft oder Ausfall seiner Darlehensforderung entstehenden Verlust steuerlich nicht mehr geltend machen kann!

Der BFH gewährt allerdings Vertrauensschutz für eigenkapitalersetzende Finanzierungshilfen von Gesellschaftern, die bis zum 27.09.2017 geleistet oder kapitalersetzend wurden. Diese erhöhen wie bisher die Anschaffungskosten des Gesellschafters auf seine Beteiligung und können damit weiterhin bei Ausfall steuerlich zu 60 % geltend gemacht werden.

Für Finanzmittel, die nach dem 27.09.2017 von einem  Gesellschafter der GmbH zur Verfügung gestellt werden, sollte überlegt werden, dies als Eigenkapital zur Verfügung zu stellen, um bei Ausfall wenigstens einen steuerlichen Vorteil nutzen zu können.

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Klaus G. Finck

Rechtsanwalt

Steuerberater

Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

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