Abrechenbarkeit der GOZ-Nr. 2197 (adhäsive Befestigung)

Abrechenbarkeit der GOZ-Nr. 2197 (adhäsive Befestigung) zusätzlich neben der GOZ-Nr. 6100 (Klebebrackets) bei Eingliederung eines Klebebrackets mittels Adhäsivtechnik im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung.

Mit der Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) zum 1. Januar 2012 wurde GOZ-Nr. 2197 (adhäsive Befestigung) neu eingeführt. Seitdem kommt es immer wieder dazu, dass sich private Krankenkassen weigern, die Kosten gemäß dieser Ziffer im Zusammenhang mit der  Eingliederung eines Klebebrackets zu erstatten. Sie verweisen dabei auf § 4 Abs. 2 GOZ und vertreten die Ansicht, eine Leistung nach GOZ-Nr. 2197 wäre in der Leistung nach GOZ-Nr. 6100 bereits enthalten, was eine  zusätzliche Abrechnung ausschließen würde.

Diese Haltung führt immer wieder zu Problemen bei der Rechnungsstellung von Zahnärzten. Leicht entsteht für den Patienten der fälschliche Eindruck, es würden Leistungen abgerechnet, die nicht erstattungsfähig sind oder Leistungen würden sogar zu Unrecht mehrfach abgerechnet.

Zu dieser Problematik erging am 6. Juni 2016 endlich ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes (Az: 14 BV 15.527). Darin stellt er in 2. Instanz klar, dass bei einer Eingliederung eines Klebebrackets mittels Adhäsivtechnik „neben Aufwendungen für Leistungen nach GOZ-Nr. 6100 auch Aufwendungen für Leistungen nach GOZ-Nr. 2197“ abgerechnet werden können.

Musterschreiben GOZ 2197

Der bisher oft vorgetragene Einwand der Krankenkassen, es lägen nur erstinstanzliche Urteile der unteren Zivilgerichte vor, kann mit diesem Urteil nun ausgeräumt werden. Unter folgendem Link finden Sie ein Musterschreiben zu diesem Thema: musterbrief-goz-2197-neben-6100

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Miria Dietrich

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Rechtsanwältin bei FASP Finck Sigl & Partner
Frau Rechtsanwältin Miria Dietrich ist seit September 2016 Partnerin bei FASP. Zu ihren Schwerpunkten zählt das Handels- und Gesellschaftsrecht. Rufen Sie an: 089 652001.
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